In einem halbjährlichen Projekt setzten sich drei Student:innen auf inhaltlicher, technischer
und visueller Ebene mit der gesellschaftlichen Frage der Platzeinnahme jedes Individuums auseinander. Zur Beantwortung der offenen Fragen möchten sie eine Verbindung zwischen fraktaler Geometrie und Generative Coding, zwischen interaktiver Performance und Visual Arts schaffen und ihre feministische Perspektive in diese Themenbereiche einfließen lassen.

Diese Gebiete, stammen wie sie, auf den
ersten Blick aus unterschiedlichen Disziplinen können jedoch interessante Spannungsfelder hervorrufen. Denn all diesen Themen ist gemein, dass sie sich mit der Füllung von Flächen
oder der Auflösung dieser beschäftigen.

Um die zentrale Frage der Platz- bzw. Raumeinnahme visuell, ästhetisch und räumlich erlebbar zu gestalten, werden die Projektteilnehmer:innen die Bewegungen einer Person im Raum mit der Infrarotkamera Kinect One erfassen. Die gewonnenen Daten verarbeiten wir live und interaktiv
in dem Programm Processing zu generativen Grafiken und ergänzen
diese weiter in dem Visual-Programm Resolume.  So können Winkel, Geschwindigkeiten oder Beschleunigungen unterschiedlicher Beweg-ungen durch abstrakte Grafiken interpretiert und erschaffen werden und erzeugt die Dimension und Wahrnehmung des Raumes, den wir einnehmen.  Diese Visuals sollen durch fraktale Geometrie entstehen. 

Fraktale sind nichtlineare Gebilde aus der Mathematik, die eng verwandt sind mit Phänomenen, die die Chaostheorie beschreibt und mit denen sich zahlreiche Vorgänge in der Natur modellieren lassen. Dies werden wir uns zunutze machen, um digitale als auch organisch wachsende visuelle Eindrücke zu kreieren, die via Beamer an die Wand projiziert werden.

Wie viel Platz nimmt jede:r ein, ob bewusst oder unbewusst?
Wie viel Raum wird jedem Individuum zugestanden? 

Wie können die Bewegungen des Individuums neu interpretiert
und die organische Wirkung auf einen feststehenden Raum sichtbar gemacht werden?

Wie können die abstrakten Fragestellungen visuell greifbar
gemacht werden?

Die drei Projektteilnehmer:innen entwickelten dabei ein Konzept
zur Live Visual Performances, eigneten sich autodidaktisch
die Programme und technischen Herausforderungen an und kooperierten mit einer zeitgenössischen Bühnenkünstlerin, einer Soundkünstlerin
und LEONARDO, dem Zentrum für Kreativität und Innovation zusammen. Die 3d Animationen als zusätzliches Element reagieren dabei auf die BPM des live sounds. Die geschriebene Codes auf die Kinect Kamera,
welche die Tänzerin improvisiert beeinflussen kann. Sie folgen dabei der Erzählstruktur und Dramaturgie der Fragestellung, der Platzeinnahme
des Individuums im Raum und wie diese verändert werden kann
bzw. könnte.
Zur Performance gab es ein begleitendes Magazin mit Texten der Projektteilnehmer:innen.

Entwurf Raumplanung

Coding Hannah Gebauer, Anna Tenzer
kinect Kamera Hannah Gebauer, Anna Tenzer
3d Animationen Janna Winkler
Plakat Janna Winkler ParticelFilter Hannah Gebauer
Magazin Janna Winkler
konzeptionelle Ausarbeitung Janna Winkler






Bachelorarbeit 2021
7. Semester